Herzlich willkommen bei der Ev.- luth. Kirchengemeinde St. Georg in Salzgitter - Thiede

Wir holen die Thieder Zwerge zurück. 

 
Im Thieder Lindenberg gibt es eine kleine Schlucht, die seit alter Zeit als Zwergenkuhle bekannt ist. In der Zwergenkuhle gab es eine kleine Höhle, die leider zum Großteil verschüttet ist, aber ältere Einwohner erzählten mir, dass sie früher als Kinder dort einige wenige Meter in den Berg hineingehen konnten. Natürlich ranken sich einige Sagen um diesen Ort. So wurde erzählt, dass vor langer Zeit diese Höhle den Thieder Zwergen als Wohnstatt diente. Diese Zwerge waren freundliche, dienstbare Geister, die der Thieder Bevölkerung hilfreich zur Seite standen. Insbesondere stellten sie ihr kostbares Tafelgeschirr für Hochzeiten und andere Familienfeste denen zur Verfügung, die kein eigenes besaßen. Die so Beschenkten reinigten nach der Feier das Geschirr sorgfältig und brachten es dankbar zum Eingang der Höhle zurück. Eines Tages - so die Sage - hielt ein Trunkenbold ein Saufgelage, zu dem er sich ebenfalls das Tafelgeschirr ausgeliehen hatte. Anschließend dachte er überhaupt nicht daran es zu säubern, sondern stellte es schmutzig am Höhleneingang ab. Darüber waren die Zwerge so erbost, dass sie den Lindenberg verließen und in Thiede nie wieder gesehen wurden.
Das traf natürlich besonders die besitzlosen, die ärmeren Teile der Bevölkerung, die nun ohne die großzügige Hilfe der kleinen Geister das Leben meistern musste.
Sind die Zwerge auch verschwunden, so gibt es doch noch immer Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld, die sozial benachteiligt - ja arm sind. Was aber ist Armut?
Dafür gibt es unterschiedliche Definitionen. Gebraucht man den Begriff absolut, dann bedeutet Armut ein Leben am äußersten Rand der Existenz. Dann stehen Mittel, die unbedingt zur Grundsicherung des Lebens erforderlich sind, nicht ausreichend zur Verfügung. Das tägliche Leben ist ein beständiger Kampf ums Überleben. Glücklicherweise ist die so definierte Armut in unserem Land nicht so sehr das Problem.
Die relative Armut ist das aber schon. Und sie ist nicht weniger bedrückend und problematisch als die absolute Armut, weil sie Menschen ausgrenzt, stigmatisiert und Lebens- und Bildungschancen nimmt. Vom Wohlstand umgeben vermittelt Armut in einem reichen Land deshalb ständig das Gefühl versagt zu haben. In Deutschland gilt als arm, wer weniger als 50 % des durchschnittlichen Einkommens zu Verfügung hat. 
Es ist erschreckend, dass von dieser Armut in Deutschland auch etwa zwei Millionen Kinder betroffen sind. Es sind oftmals Kinder alleinerziehender Mütter oder Kinder, deren Eltern von Hartz-IV leben.
Ein solches Kind hat vieles nicht, was für andere Kinder ganz normal ist. Das führt zur Ausgrenzung und manchmal sogar - was noch viel schlimmer ist - zur Verspottung.
Solche Kinder haben wir auch unter uns. Manchmal bemerkt man die Armut im Umfeld nicht sofort. So sehr manche ihren Wohlstand durch bestimmte Statussymbole wie großes Auto, schönes Haus usw. gern öffentlich dokumentieren, so sehr sind andere oft darum bemüht, die Armut zu verbergen. Wenn man aber nahe bei den Menschen ist (wie etwa die Mitarbeitenden im Kindergarten), dann erkennt man auch die wahren Verhältnisse.  Weil es nicht sein kann, dass von Gott geliebte Christenmenschen, die sich im Haus und am Tisch ihres Herrn versammeln, teilweise im Überfluss leben, während anderen das Nötigste fehlt, wollen und werden wir diesen Kindern in unserem Kindergarten helfen.
Unser Projekt dazu soll den Namen "Thieder Zwerge" tragen. Als Anschubfinanzierung hat der Kirchenvorstand 500,- € aus Mitteln der Diakoniekasse bereit gestellt. Aber wir sind natürlich auf weitere Spenden angewiesen. 
Das Projekt "Thieder Zwerge" in Kürze.


Wer soll gefördert werden?
Zunächst einmal die bedürftigen Kinder aus unserem Kindergarten, denn dort erkennen wir verlässlich die Notwendigkeiten. Sollte des Projekt ein großer Erfolg werden, ist eine Kooperation mit anderen - etwa der Grundschule - denkbar.

Was soll gefördert werden?
Lebensnotwendige und für die weitere Entwicklung des Kindes erforderliche Dinge. Z.B. die Erstausstattung bei der Einschulung, die Möglichkeit im Kindergarten ein gesundes Frühstück zu bekommen u.a. mehr soll gefördert werden.

Wie soll gefördert werden?
Zunächst einmal diskret. Die Mittelvergabe erfolgt durch Mitarbeiter und Pfarrer, so ist das Vier-Augen-Prinzip gewährleistet. Die Beteiligten sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Weiter wird nicht durch Geldbeträge sondern nur durch Sachmittel die Unterstützung gewährt. Das macht uns zwar etwas mehr Arbeit, stellt aber sicher, dass die Hilfe tatsächlich beim Kind ankommt. 
Uns ist klar, dass wir nicht die ganz Welt verändern können, aber vielleicht doch einiges in unserem Umfeld. Deshalb:

Holen wir die Thieder Zwerge zurück!
Und gebe Gott, dass das gelingt.

Falls Sie unser Projekt unterstützen möchten, hier die Bankverbindung:
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg, Kto-Nr. 694 877 4000 bei der Volksbank Braunschweig Wolfsburg (BLZ: 269 910 66 )
Verwendungszweck: Thieder Zwerge 

Klaus Kiekhöfer, Pfr.